Der Consent Mode v2 ist die Schnittstelle, über die Euer Cookie-Banner den Google-Tags mitteilt, wozu ein Besucher eingewilligt hat. Fehlen diese Signale bei Nutzern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), stehen Messung, Remarketing und personalisierte Anzeigen für diese Nutzer nicht mehr voll zur Verfügung. Werbetreibende mit Besuchern aus dem EWR mussten ihn bis März 2024 umsetzen, wie Search Engine Journal zum Start der Vorgabe berichtete. Seit dem 15. Juni 2026 hängt noch mehr an ihm, weil Google einen zweiten Schalter aus dem Spiel genommen hat.
Was der Consent Mode v2 an Google übermittelt
Technisch besteht der Consent Mode aus Einwilligungstypen, die Euer Consent-Tool an die Google-Tags weitergibt. Google kennt sieben solcher Typen, für Werbung und Messung zählen vier davon: ad_storage erlaubt Werbe-Cookies, analytics_storage erlaubt Analyse-Cookies, ad_user_data erlaubt das Senden von Nutzerdaten zu Werbezwecken und ad_personalization erlaubt personalisierte Anzeigen. Die beiden letzten sind mit Version 2 dazugekommen, wie die Google-Ads-Hilfe zu den Anforderungen für den EWR beschreibt. Jeder Typ steht entweder auf granted oder auf denied, und die Tags richten ihr Verhalten danach aus.
Am 15. Juni 2026 hat Google die Aufgabenteilung zwischen Analytics und Ads neu geordnet. Bis dahin entschieden zwei Einstellungen gemeinsam über die Datenerhebung für Werbung: der Schalter für Google Signals in Google Analytics 4 (GA4) und die Werbe-Einstellungen im Consent Mode. Laut der Ankündigung im Analytics-Hilfecenter regelt Google Signals seitdem nur noch die Verknüpfung mit angemeldeten Nutzern in den Analytics-Berichten, und der Consent Mode ist die einzige Steuerung für die Werbedaten. Für ad_personalization kündigt Google eine vergleichbare Umstellung für später im Jahr 2026 an. Wer Google Signals bisher als Datenschutzschalter genutzt hat, braucht deshalb jetzt ein sauber gesetztes Einwilligungssignal.
So wählt Ihr zwischen Basic und Advanced Mode
Google bietet zwei Varianten an, die sich darin unterscheiden, was vor der Entscheidung im Banner passiert. Im Basic Mode laden die Google-Tags erst nach der Zustimmung, und laut Googles Entwicklerdokumentation zum Consent Mode geht vorher nichts an Google, nicht einmal der Standardstatus. Im Advanced Mode laden die Tags sofort mit dem Status denied und schicken bei fehlender Einwilligung cookielose Messpings. Dafür bekommt Ihr im Advanced Mode ein auf Euer Konto zugeschnittenes Modell für fehlende Werte im Conversion-Tracking, im Basic Mode nur ein allgemeines.
Die Modellierung greift allerdings erst ab einer bestimmten Datenmenge. Google Ads braucht laut Hilfeseite zur Conversion-Modellierung 700 Anzeigenklicks über sieben Tage je Land und Domain-Gruppe, also im Schnitt 100 Klicks am Tag. GA4 verlangt für die Verhaltensmodellierung an mindestens sieben Tagen je 1.000 Ereignisse ohne Analyse-Einwilligung und an mindestens sieben von 28 Tagen je 1.000 Nutzer mit Einwilligung. Rechtlich ist der Advanced Mode umstritten, weil auch cookielose Pings nach § 25 TDDDG einen Zugriff auf Informationen im Endgerät bedeuten können, wie der Fachblog Dr. Datenschutz erläutert. Erreicht Ihr die Schwellen nicht, bringt Advanced keinen Modellierungsvorteil, und Basic ist der sichere Start.

Das Schaubild zeigt, was vor der Entscheidung im Banner passiert. Links sendet der Advanced Mode schon cookielose Pings an Google, aus denen das Modell fehlende Conversions schätzt. Rechts hält der Basic Mode alles zurück, bis der Besucher zustimmt.
Consent Mode v2 in fünf Schritten einrichten
Die Einrichtung verteilt sich auf Consent-Tool, Tag-Verwaltung und Datenschutzerklärung. Am wenigsten Handarbeit habt Ihr mit einer Consent-Management-Plattform (CMP) aus dem CMP-Partnerprogramm von Google, denn zertifizierte Anbieter stellen laut Google-Ads-Hilfe automatisch auf die neueste Version des Consent Mode um. Zwei Parameter aus der Implementierungsanleitung von Google helfen zusätzlich: Mit region legt Ihr Standardwerte nur für bestimmte Länder fest, und wait_for_update gibt einer langsam ladenden CMP eine festgelegte Zahl von Millisekunden, bevor die Tags senden. Die Reihenfolge der folgenden fünf Schritte ist wichtig, weil der Standardstatus feststehen muss, bevor irgendein Tag Daten verarbeitet:
- Eine zertifizierte CMP auswählen und das Banner mit allen vier Einwilligungstypen verknüpfen
- Den Standardstatus für Nutzer aus dem EWR auf denied setzen, bevor ein Google-Tag lädt, im Code über den Befehl gtag(‘consent’, ‘default’, …) oder über die Vorlage Eurer CMP
- Bei jeder Entscheidung im Banner ein Update mit den gewählten Werten an die Tags senden
- In der Einwilligungsübersicht im Google Tag Manager kontrollieren, welche Tags auf welche Einwilligung warten, auch bei Tags von Drittanbietern
- Den gewählten Modus und die übertragenen Daten in der Datenschutzerklärung benennen
So prüft Ihr, ob die Signale ankommen
Ein Banner, das sichtbar funktioniert, sagt noch nichts über die Signale dahinter. Google empfiehlt für die Kontrolle den Tag Assistant zusammen mit der Browser-Erweiterung Tag Assistant Companion und beschreibt das Vorgehen in einer eigenen Anleitung zur Fehlersuche im Consent Mode. Testet dabei mindestens drei Wege durch das Banner, nämlich Zustimmung, Ablehnung und eine Auswahl einzelner Kategorien, und wiederholt den Test nach jedem Update des Consent-Tools und jeder neuen Tag-Einbindung. Achtet in jedem Durchgang auf diese Punkte:
- Das erste Consent-Ereignis im Tag Assistant setzt alle vier Typen ad_storage, ad_user_data, ad_personalization und analytics_storage
- Nach dem Klick im Banner folgt ein Update-Ereignis mit genau den gewählten Werten
- Kein Google-Tag feuert vor dem Standardstatus, sonst fehlen die Signale beim ersten Seitenaufruf
- Über die Standortsimulation in den Chrome-Entwicklertools erhalten Besucher außerhalb des EWR die für sie vorgesehenen Standardwerte
Saubere Einwilligungssignale sind auch die Voraussetzung für Server Side Tracking, denn Google verlangt den Consent Mode dort für Nutzer aus dem EWR ebenfalls. Wenn Ihr Eure Google-Kampagnen auf eine verlässliche Datenbasis stellen wollt, begleiten wir Euch als SEA-Agentur Düsseldorf von der Einrichtung bis zur laufenden Kontrolle.
FAQs zum Consent Mode v2
Ist der Consent Mode v2 Pflicht?
Ja, für Werbetreibende mit Besuchern aus dem EWR, die Google-Tags für Messung, Remarketing oder personalisierte Anzeigen nutzen. Die Pflicht stammt aus den Vorgaben von Google. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Einwilligung selbst, die der Consent Mode an Google weitergibt.
Ersetzt der Consent Mode das Cookie-Banner?
Nein. Das Banner holt die Einwilligung ein, der Consent Mode überträgt das Ergebnis an die Google-Tags. Ohne Consent-Tool gibt es keine Entscheidung, die er weitergeben könnte. Die Einwilligung für Tags anderer Anbieter wie Meta oder LinkedIn regelt Ihr über das Consent-Tool oder die Einwilligungsprüfung im Tag Manager.
Brauche ich für den Consent Mode v2 den Google Tag Manager?
Nein. Der Consent Mode lässt sich auch direkt über das Google-Tag gtag.js einbinden, und zertifizierte Consent-Tools bringen dafür fertige Integrationen mit. Der Tag Manager erleichtert die Kontrolle, weil er die Einwilligungseinstellungen aller Tags an einer Stelle zeigt.
Welche Daten erhält Google, wenn ein Besucher ablehnt?
Im Basic Mode keine. Im Advanced Mode sendet das Google-Tag cookielose Pings mit dem Einwilligungsstatus und Messsignalen ohne Cookies. Daraus schätzt Google Conversions, die ohne Einwilligung nicht direkt messbar sind. Ob diese Pings ohne Einwilligung zulässig sind, klärt Ihr vor dem Wechsel in den Advanced Mode mit Eurem Datenschutzbeauftragten.
Wie lange dauert es, bis GA4 modellierte Daten zeigt?
Mindestens sieben Tage. Google nennt als Voraussetzung sieben Tage mit ausreichender Datenmenge innerhalb von 28 Tagen und weist darauf hin, dass das Training des Modells auch länger dauern kann. Zusätzlich prüft das Modell weitere Werte wie das Verhältnis von neuen zu wiederkehrenden Nutzern.









