Leuchtendes Google-Logo an einem modernen Bürogebäude bei Nacht zum Thema google.com/goto und Rankingmessung

google.com/goto verändert Eure Rankingmessung

Google schiebt seit Ende August eine Zwischenstation zwischen Suchergebnis und Zielseite. Für Suchende bleibt der Klick derselbe, für SEO-Tools vervielfacht sich der Aufwand hinter den Kulissen. Wer Rankings misst, bekommt die Rechnung dafür in Form längerer Wartezeiten präsentiert.
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Matthias Reynders

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Leuchtendes Google-Logo an einem modernen Bürogebäude bei Nacht zum Thema google.com/goto und Rankingmessung
Inhaltsverzeichnis

Am 26. August 2026 hat Google gegenüber der Fachpresse bestätigt, was viele SEOs seit Wochen in ihren Logfiles beobachtet hatten. Die Links in den Suchergebnissen laufen inzwischen über eine Adresse nach dem Muster google.com/goto, dahinter verbirgt sich die eigentliche Ziel-URL in kodierter Form. Wer diese Adresse auflösen will, kommt um eine eigene Anfrage an Google pro Treffer kaum herum, und genau daran hängt der ganze Ärger. Am Ranking Eurer Seiten ändert die Umstellung nichts, an der Art und Weise, wie Ihr dieses Ranking messt, dafür eine ganze Menge.

Was hinter der neuen Weiterleitung steckt

Technisch handelt es sich um eine 302-Weiterleitung, also um einen als temporär gekennzeichneten Umweg zwischen Klick und Zielseite. Der Link im Suchergebnis zeigt auf google.com/goto samt einem kodierten Parameter, Google löst diese Adresse serverseitig auf und schickt den Klick anschließend an das eigentliche Ziel weiter. Reine HEAD-Anfragen, mit denen sich sonst günstig nur die Kopfdaten einer Antwort abfragen lassen, blockt Google dabei ab, erst eine vollständige GET-Anfrage gibt die dahinterliegende URL preis. Jedes einzelne Ergebnis muss damit separat aufgerufen werden, bevor ein Tool überhaupt weiß, welche Domain an dieser Position steht.

Google selbst nennt das eine Schutzmaßnahme gegen sich wandelnde Formen von Missbrauch und verweist auf eine lange Historie technischer Eingriffe zum Schutz der eigenen Dienste und Nutzer. Gemeint sind damit vor allem Anbieter, die Scraping im industriellen Maßstab betreiben, von kommerziellen SERP-Schnittstellen über Monitoring-Dienste bis zu KI-Anbietern, die Suchergebnisse als Rohstoff für ihre eigenen Antworten verwenden. Erste Tests liefen bereits im Juli 2026, seit Ende August meldet die Branche einen über verschiedene Provider und IP-Bereiche hinweg praktisch flächendeckenden Rollout. In den Google SERPs bleibt die angezeigte Adresse unter dem Snippet für Suchende weiterhin lesbar, in der Statusleiste des Browsers taucht beim Überfahren des Links dagegen die Weiterleitung auf.

Warum Eure Rankingdaten jetzt langsamer werden

Derek Perkins von Nozzle hat die Rechnung öffentlich aufgemacht und kommt für ein einziges Ranking über fünf Ergebnisseiten auf 500 bis 1.000 zusätzliche Anfragen an Google. Der Grund liegt in der Mechanik der Weiterleitung, denn jede einzelne Adresse will separat aufgelöst werden, und das betrifft organische Treffer genauso wie Anzeigen und die zahlreichen Zusatzelemente einer modernen Ergebnisseite. Das ist eine Hausnummer, sobald Ihr täglich mehrere tausend Keywords über verschiedene Länder, Sprachen und Gerätetypen hinweg beobachtet. Die Toolanbieter fangen diesen Mehraufwand mit zusätzlicher Infrastruktur ab, bemerkbar macht er sich bei Euch vor allem in den Aktualisierungszyklen der Berichte.

Wie die Anbieter darauf reagieren, hat Sistrix öffentlich gemacht: Das Bonner Toolhaus löst die goto-Adressen bereits auf und skaliert diesen Prozess nach eigenen Angaben gerade hoch. Johannes Beus fasst die Lage in einem Satz zusammen: „Messung wird dadurch komplexer und teurer, aber es verhindert sie nicht.“ Nach seiner Darstellung verlängern sich die Aktualisierungen vorübergehend, während Datenvollständigkeit und Vergleichbarkeit der Werte über die Zeit erhalten bleiben. Ein Muster, das die Branche seit dem Wegfall des Parameters num=100 im September 2025 aus eigener Erfahrung kennt.

Wo Eure Daten sauber bleiben

Google gibt an, dass die Zahlen in der Google Search Console von der Umstellung unberührt bleiben, weil sie aus Googles eigenem Logging stammen und keine externe Auflösung von Links erfordern. Auch die organischen Treffer selbst zeigen in vielen Fällen weiterhin lesbare Ziel-URLs, was Hanns Kronenberg von Chefkoch anhand konkreter Suchanfragen dokumentiert hat. Deutlich stärker greift die Weiterleitung bei Google-Elementen wie Vergleichsboxen oder dem Local Pack, dort verschwindet die Zieladresse zuverlässig hinter dem Umweg. Hinzu kommt, dass die Umsetzung je nach Browser, Endgerät und genutzter Suchfunktion schwankt, was pauschale Aussagen über den Umfang derzeit erschwert.

Verlässlich bleiben für Euch:

  • Impressionen, Klicks und Durchschnittspositionen in der Search Console
  • der AI Performance Report für Eure Sichtbarkeit in KI-Antworten
  • Sitzungen und Conversionwerte in Google Analytics 4 (GA4)
  • die Serverlogs Eurer eigenen Domain als unabhängige Gegenprobe
  • die im Snippet angezeigte Adresse, die Nutzer vor dem Klick weiterhin sehen

So stellt Ihr Euer Reporting jetzt auf

Der wichtigste Schritt ist eine ehrliche Erwartungshaltung gegenüber den eigenen Werkzeugen und den Menschen, die auf deren Zahlen warten. Dauert ein Durchlauf ab sofort zwölf statt sechs Stunden, bleibt das Ergebnis inhaltlich genauso brauchbar wie vorher, es liegt eben später auf dem Tisch. Beim Wegfall von num=100 im September 2025 brauchte Ahrefs rund zwei Monate, bis die vollständige Erfassung der Top 100 wieder für sämtliche Nutzer bereitstand, von den Enterprise-Kunden Anfang Oktober bis zur breiten Freigabe Mitte November. Plant bei Euren SEO-Budgets eine vergleichbare Übergangsphase ein und sprecht sie früh im Team an.

Das gehört jetzt auf Eure Liste:

  • Aktualisierungsintervall der eingesetzten Tools prüfen und im Reporting vermerken
  • Volatilität über mehrere Wochen bewerten statt über einzelne Tage
  • die Search Console als Referenzquelle für organische Sichtbarkeit setzen
  • Quellenzuordnung in Analytics stichprobenartig gegen die Serverlogs halten
  • Kunden und Kollegen vorab über verzögerte Datenstände informieren
  • den Datenstand vor jeder Bewertung prüfen, wie schon bei den Datenlücken im Herbst 2025

FAQs zu google.com/goto

Was ist google.com/goto?

google.com/goto ist eine Weiterleitungsadresse, über die Google seit August 2026 die Links in seinen Suchergebnissen führt. Der Link im Ergebnis enthält eine kodierte Zieladresse, die Google serverseitig auflöst und anschließend an die eigentliche Website weiterreicht. Für Suchende bleibt der Klick unverändert, für automatisierte Auswertungen durch Tools und Dienste entsteht ein zusätzlicher Arbeitsschritt pro Treffer.

Ändert sich mein Ranking durch die Weiterleitung?

Die Position Eurer Seiten in den Suchergebnissen bleibt davon unberührt. Google hat die Änderung ausdrücklich als technische Schutzmaßnahme gegen Missbrauch beschrieben, mit der Bewertung von Inhalten hat sie nichts zu tun. Was sich ändert, ist die Geschwindigkeit, mit der externe Tools diese Positionen erfassen und an Euch ausliefern.

Sind die Daten in der Google Search Console betroffen?

Nach Googles Angaben bleiben die Berichte in der Search Console unverändert, weil sie direkt aus Googles eigenen Systemen stammen und keine Auflösung externer Links erfordern. Impressionen, Klicks, Positionen und Länderdaten stehen weiterhin in gewohnter Form zur Verfügung. Damit bleibt die Search Console die stabilste Referenz für organische Sichtbarkeit.

Warum dauern Rankingberichte jetzt länger?

Jeder Treffer in den Suchergebnissen erfordert eine eigene Anfrage, um die tatsächliche Zieladresse zu ermitteln. Für ein Ranking über fünf Ergebnisseiten summiert sich das auf 500 bis 1.000 zusätzliche Aufrufe. Die Toolanbieter skalieren ihre Infrastruktur entsprechend hoch, was in der Übergangszeit zu längeren Aktualisierungsintervallen führt.

Was sollten Websitebetreiber jetzt tun?

Prüft, wie aktuell die Daten in Euren Tools tatsächlich sind, und haltet den jeweiligen Datenstand im Reporting fest. Bewertet Rankingveränderungen über längere Zeiträume und zieht die Search Console als Referenz heran. Informiert außerdem Kunden und interne Ansprechpartner frühzeitig darüber, dass Berichte in den kommenden Wochen später vorliegen können.