Auf einem schwarzen Display steht das farbige Google-Logo vor einem unscharfen Kursdiagramm mit überwiegend roten Balken; Thema ist AI Max.

Die Umstellung auf AI Max und was Ihr jetzt prüfen solltet

Google hat im September Suchkampagnen mit Broad Match auf Kampagnenebene und automatisch erstellten Assets auf AI Max umgestellt. Viele Werbekonten arbeiten seitdem mit KI-Funktionen, die Google selbst aktiviert hat. Mit ein paar gezielten Prüfschritten holt Ihr Euch die Steuerung zurück.
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Jonas Possin

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Auf einem schwarzen Display steht das farbige Google-Logo vor einem unscharfen Kursdiagramm mit überwiegend roten Balken; Thema ist AI Max.
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Für viele Werbekonten war der September ein Umzug im laufenden Betrieb, und die Kisten hat Google gleich selbst getragen. Ein bisschen wie Aschermittwoch im Rheinland: Ihr schaut ins Konto und fragt Euch, was in den letzten Wochen alles passiert ist. Wie AI Max grundsätzlich funktioniert und wie Eure Anzeigen in KI-Suchflächen landen, haben wir im Januar ausführlich erklärt. Jetzt zählt, was die Umstellung in Euren Kampagnen konkret verändert hat und wo Ihr nachjustieren solltet.

Was Google im September umgestellt hat

Betroffen sind zwei Funktionen, die viele Konten schon länger mitschleppen: Broad Match auf Kampagnenebene und eigenständige automatisch erstellte Assets, kurz ACA für Automatically Created Assets. Google hat beide zwischen dem 1. und 30. September direkt in Euren bestehenden Suchkampagnen in Google Ads auf AI Max migriert. Laut Googles Migrationsplan übernahm das System dabei gleichwertige Einstellungen, damit die Ausspielung möglichst ohne Bruch weiterläuft. Bestehende Ein- und Ausschlüsse von Marken wanderten automatisch mit, Eure bisherigen Markenregeln gelten also auch unter AI Max.

Im Detail unterscheiden sich die Kampagnen deutlich. Ehemalige Broad-Match-Kampagnen laufen jetzt mit Search Term Matching, also der KI-gestützten Ausweitung auf passende Suchanfragen jenseits Eurer Keywords, während Textanpassung und URL-Erweiterung ausgeschaltet bleiben. Kampagnen mit ACA haben zusätzlich Text Customization an Bord und erzeugen Anzeigentexte per KI, die Final URL Expansion ist auch hier deaktiviert. Die Dynamic Search Ads (DSA) kommen in einer zweiten Welle an die Reihe, Google hat ihren Termin nach hinten geschoben, um Unternehmen mehr Zeit für den Übergang zu geben.

Wo Ihr die Spuren von AI Max im Konto findet

Die Spuren sind gut sichtbar. Im Suchbegriffsbericht filtert Ihr die Spalte Keyword-Option auf „AI Max“ und seht jede Suchanfrage, die über die KI-Erweiterung hereinkam. Die kombinierte Ansicht „Suchbegriffe und Anzeigenkombinationen“ zeigt zusätzlich, welcher Anzeigentitel und welche Zielseite zu welcher Anfrage ausgespielt wurden. Auf der Keyword-Seite bündelt Google diese Treffer in eigenen Summenzeilen am Tabellenende, etwa „Gesamt: Erweiterte AI Max-Übereinstimmungen“, und Assets aus KI-Feder erkennt Ihr am Vermerk „Google AI“ in der Spalte „Hinzugefügt von“.

Dann kommen die Zahlen. Laut Google bringt das volle Funktionspaket im Schnitt 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS als Search Term Matching allein. Das ist ein Mittelwert über viele Konten, Euer Ergebnis kann darüber oder darunter liegen. Ein Vergleich der Wochen vor und nach der Umstellung zeigt Euch, auf welcher Seite des Durchschnitts Euer Konto gelandet ist.

Diese Stellschrauben habt Ihr weiterhin in der Hand

Kontrollfreaks dürfen aufatmen, AI Max lässt sich ziemlich fein justieren. Search Term Matching, Textanpassung und URL-Erweiterung setzen eine konversionsbasierte Gebotsstrategie mit Smart Bidding voraus. Sauberes Conversion-Tracking ist damit die Grundlage für alles Weitere, und mit einem korrekt eingerichteten Consent Mode v2 bekommt der Algorithmus vollständigere Daten. Diese Stellschrauben lohnen einen Blick:

  • Search Term Matching lässt sich laut Google auf Anzeigengruppenebene abschalten, auch wenn AI Max für die Kampagne aktiv ist. Das passt etwa für Markenanzeigengruppen oder sehr enge Sortimente.
  • Google bestätigt in seinen Antworten zu Negativkeywords, dass ausschließende Keywords weiterhin greifen. Laufen eine Suchkampagne und Performance Max auf dieselbe Anfrage, gewinnt die Anzeige mit dem höheren Anzeigenrang.
  • Markeneinschlüsse setzt Ihr auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene, Markenausschlüsse auf Kampagnenebene.
  • URL-Ausschlüsse für Karriereseiten, Impressum oder alte Blogartikel hinterlegt Ihr am besten, bevor Ihr die URL-Erweiterung einschaltet. Prüft bei der Gelegenheit auch, ob Eure Tracking-Templates mit dynamisch gewählten Zielseiten zurechtkommen.
  • Über Locations of Interest legt Ihr auf Anzeigengruppenebene fest, für welche Orte Suchende Eure Anzeigen sehen. Das hilft bei Anfragen mit Ortsbezug wie „Steuerberater Düsseldorf“, auch wenn der Suchende gerade in Köln sitzt.
  • AI Max entfaltet seine Wirkung erst, wenn die Kampagne genug Budget hat. Bei dauerhaft budgetbegrenzten Kampagnen lohnt deshalb zuerst ein Blick auf die Budgetverteilung.
  • Wer Text Customization abschaltet, findet die KI-Assets danach als entfernt geführt, sie gehen dann aus der Auslieferung.

Der Fahrplan bis Februar 2027

Et kütt wie et kütt, sagt der Rheinländer, für Eure Dynamic Search Ads plant Ihr trotzdem lieber selbst. Im Februar 2027 zieht Google die DSA-Kampagnen automatisch auf AI Max um, Ihr habt also noch rund vier Monate Vorlauf, um Struktur, Zielseiten, Ausschlüsse und Gebotsstrategien in Ruhe vorzubereiten. Google empfiehlt ausdrücklich die freiwillige Umstellung vorab, weil Ihr dann die Einrichtung selbst bestimmt. Spätestens wenn der Ask Advisor Eure Kampagnen plattformübergreifend auswertet, zahlt sich eine aufgeräumte Kontostruktur doppelt aus.

  • Prüft, welche Kampagnen Google im September umgestellt hat und welche Funktionen von AI Max dort laufen, am schnellsten über die Kampagneneinstellungen.
  • Wertet den Suchbegriffsbericht mit Filter auf AI Max vier Wochen lang wöchentlich aus und schließt unpassende Begriffe aus.
  • Lest die KI-generierten Anzeigentexte gegen Eure Markenrichtlinien und Freigaberegeln für Preise oder Werbeaussagen.
  • Bringt jede Landingpage, die für die URL-Erweiterung infrage kommt, inhaltlich und technisch auf Stand. Im Bericht zu den Zielseiten seht Ihr später, welche URLs AI Max ausgewählt hat.
  • Dokumentiert jede Änderung an den AI-Max-Einstellungen mit Datum, damit Ihr Effekte in den Berichten später sauber einem Schritt zuordnen könnt.
  • Testet die Umstellung Eurer DSA-Kampagnen vor Februar 2027 per Experiment, so habt Ihr Vergleichswerte in der Hand.
  • Stellt Skripte und eigene Tools, die über die Google Ads API laufen, auf die neuen Strukturen um. Neuere API-Versionen kennen Broad Match auf Kampagnenebene und ACA nur noch als AI Max, ältere Versionen laufen voraussichtlich im September 2027 aus.
FunktionKlassisches Broad MatchAI Max für Suchkampagnen
Targeting-BasisHauptsächlich Keyword-Semantik & Nutzerhistorie.Keywords + Landingpage-Inhalte + Asset-Signale.
Anzeigen-ErstellungVerwendet manuell hinterlegte responsive Suchanzeigen (RSA).Dynamische Texterstellung via generativer KI.
Ziel-URLsFeste URLs je nach Anzeigengruppe.Automatische URL-Erweiterung auf der gesamten Domain.
NetzwerkReine Google-Suche.Reine Google-Suche (und AI Overviews/KI-Modus).

FAQs zur Umstellung auf AI Max

Welche Kampagnen hat Google im September 2026 auf AI Max umgestellt?

Google hat Suchkampagnen mit Broad Match auf Kampagnenebene und Kampagnen mit eigenständigen automatisch erstellten Assets (ACA) migriert. Die Umstellung lief vom 1. bis 30. September 2026 direkt in den bestehenden Kampagnen. Für neue Kampagnen sind beide Einstellungen bereits seit dem 3. August 2026 gesperrt.

Welche Funktionen von AI Max sind nach der Umstellung aktiv?

Ehemalige Broad-Match-Kampagnen nutzen Search Term Matching. Ehemalige ACA-Kampagnen nutzen zusätzlich Text Customization für KI-generierte Anzeigentexte. Die Final URL Expansion ist in beiden Fällen deaktiviert und lässt sich bei Bedarf einschalten, setzt aber eine aktive Text Customization voraus.

Gelten ausschließende Keywords auch mit AI Max?

Ja. Google bestätigt, dass ausschließende Keywords auch bei aktivem AI Max greifen. Gepflegte Negativlisten bleiben damit ein zentrales Steuerungsinstrument für die erweiterten Suchbegriffe.

Lässt sich Search Term Matching einschränken?

Ja, Search Term Matching lässt sich pro Anzeigengruppe deaktivieren, auch wenn AI Max auf Kampagnenebene aktiv ist. Zusätzlich steuert Ihr die Ausspielung über Markeneinschlüsse, Markenausschlüsse, URL-Ausschlüsse und ausschließende Keywords. Besonders bei Anzeigengruppen mit eng definiertem Angebot lohnt sich diese Feinsteuerung.

Wann stellt Google Dynamic Search Ads auf AI Max um?

Die automatische Umstellung der Dynamic Search Ads ist für Februar 2027 geplant. Google empfiehlt, die Umstellung vorher freiwillig durchzuführen und die Einrichtung so selbst zu steuern. Dabei werden die dynamischen Anzeigengruppen in Standard-Anzeigengruppen mit AI Max überführt.