Ein weißes Smartphone mit LinkedIn-Logo liegt auf einer dunkel beleuchteten Laptop-Tastatur, deren Tasten im Halbdunkel blauweiß aufleuchten.

LinkedIn startet Creator Marketplace für B2B Marken

LinkedIn öffnet mit dem Creator Marketplace und BrandWorks zwei neue Türen für B2B Werbetreibende. Beide Tools sollen die Lücke zwischen Markenbotschaft und echter Glaubwürdigkeit schließen.
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Matthias Reynders

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Ein weißes Smartphone mit LinkedIn-Logo liegt auf einer dunkel beleuchteten Laptop-Tastatur, deren Tasten im Halbdunkel blauweiß aufleuchten.
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Wer beruflich auf LinkedIn unterwegs ist, hat es längst gemerkt: Einzelne Profile performen inzwischen oft besser als offizielle Unternehmensseiten. Genau an diesem Punkt setzt LinkedIn mit seinem neuesten Vorstoß an. Am 10. Juni 2026 hat die Plattform zwei neue Produkte vorgestellt, die B2B Marken und Creator enger zusammenbringen sollen. Wer beide Tools richtig einordnet, spart sich im zweiten Halbjahr 2026 einiges an Ausprobieren.

Was hinter Creator Marketplace und BrandWorks steckt

Der Creator Marketplace ist ein neuer Bereich innerhalb des Campaign Manager, LinkedIns Werbeplattform, konkret im neuen Abschnitt Content and Assets. Dort könnt Ihr gezielt nach Creatorn suchen, ihre Zielgruppe und Performance einsehen und bereits bestehende Erwähnungen der eigenen Marke aufspüren, wie es in der offiziellen Ankündigung von LinkedIn heißt. Gefundene Inhalte lassen sich anschließend über Thought Leader Ads zusätzlich ausspielen, LinkedIns Anzeigenformat für Beiträge einzelner Personen statt Unternehmensseiten. Creator selbst entscheiden über ein neues Monetarisierungs-Tab im eigenen Profil, ob und wie sie für Marken sichtbar werden.

Parallel dazu steht BrandWorks, ein internes Team aus Marken-, Content- und Eventexperten, das Marken bei Strategie und Umsetzung direkt zur Seite steht. Der Creator Marketplace ist Software, BrandWorks ist Beratung mit Namen und Gesicht. LinkedIn selbst nennt als eigene Zielmarke einen Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar für BrandWorks im kommenden Geschäftsjahr, wie PPCLand berichtet. Das ist eine Hausnummer, auch wenn es sich um ein Ziel und noch kein belegtes Ergebnis handelt.

B2B Marken setzen auf Creator

Die Zahlen hinter dem Launch stammen aus LinkedIns eigener Studie „2026 Global B2B Marketing Outlook”, einer YouGov Befragung von 1.299 B2B Marketingverantwortlichen aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Indien. Demnach sagen 82 Prozent der Befragten, dass Creator die Glaubwürdigkeit gegenüber Entscheidern erhöhen, und 83 Prozent halten Glaubwürdigkeit inzwischen für wichtiger als klassische Markenbotschaften. 70 Prozent der B2B Käufer vertrauen laut Studie eher Peer-Stimmen und Fachleuten als direkt von Marken produziertem Content, wie SocialMediaToday zusammenfasst. Auch das bereits bestehende Format BrandLink, seit März 2026 als Self-Service im Campaign Manager verfügbar, liefert nach LinkedIns eigenen Angaben 130 Prozent höhere Completion-Raten als klassische Feed-Videos.

Besonders spannend für Euch als Marketingverantwortliche: 56 Prozent der Befragten sagen, dass Creator-Input in der finalen Phase einer Kaufentscheidung den Ausschlag gibt. Das trifft den Kern von B2B Marketing, wo Entscheidungsprozesse über Wochen laufen und mehrere Personen einbeziehen. Wer glaubt, die eigene Firmenseite reicht als einziger Kanal noch aus, guckt hier bald in die Röhre. LinkedIn ist zudem eine der am häufigsten zitierten Quellen in KI-Chatbot-Antworten zu Businessthemen, was Creator-Content eine zweite Reichweite jenseits der Plattform selbst verschafft.

 Empfehlungen zur Vorbereitung für Marken

Der Haken an der Geschichte: Der Creator Marketplace startet zunächst als Alpha-Version in den USA und Kanada, ausschließlich mit englischsprachigem Content. Für Deutschland steht ein Termin noch aus. BrandWorks dagegen ist bereits weltweit für ausgewählte, betreute Kunden verfügbar. Wer als deutsche B2B Marke jetzt schon vorbereitet sein will, kann trotzdem einiges anschieben, bevor der Zugang öffnet.

  • Prüft, welche Mitarbeiter oder Fachleute in Eurem Umfeld bereits organisch über Euer Unternehmen sprechen, und dokumentiert diese Stimmen systematisch
  • Aktiviert den Creator Mode auf relevanten Profilen und testet Thought Leader Ads mit vorhandenem Content, um erste Benchmarks zu sammeln
  • Nutzt das selbstbedienbare BrandLink für erste Video-Platzierungen neben Creator-Content
  • Baut eine interne Übersicht auf, wer als glaubwürdige Stimme für welches Fachthema stehen könnte, inklusive Reichweite und Themenschwerpunkt
  • Beobachtet über die offiziellen LinkedIn-Kanäle, wann die regionale Ausweitung des Marketplace angekündigt wird

Wer diese Hausaufgaben macht, hat einen Vorsprung, sobald der Zugang für Europa kommt.

Eure LinkedIn Strategie

Für viele Unternehmen ist die eigentliche Erkenntnis unbequemer als der Produktlaunch selbst: LinkedIn verschiebt Vertrauen zunehmend von der Unternehmensseite hin zu einzelnen Personen. Wer ausschließlich auf die Firmenseite setzt, verpasst genau den Teil des Publikums, der laut Studie am Ende kauft. Eine gute Content-Strategie, die interne Fachleute sichtbar macht, wird damit zur Pflichtaufgabe statt zur Kür.

  • Definiert intern, wer als Fachstimme aufgebaut werden soll und mit welchem Thema er glaubwürdig auftreten kann
  • Verankert Creator-Aktivität fest in Eurer Markenkommunikation, statt sie als Nebenprojekt laufen zu lassen
  • Messt Erfolg auch an Beiträgen zur Leadgenerierung, neben Reichweite und Impressionen
  • Plant BrandLink und Thought Leader Ads als festen Bestandteil im Mediaplan ein, sobald erste Benchmarks stehen
  • Haltet die eigene Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten im Blick, denn LinkedIn Inhalte tauchen zunehmend in solchen Zusammenfassungen auf, wie unser Beitrag zum Multi-KI-Konsens zeigt

Wer diese Punkte jetzt angeht, muss später nicht improvisieren, wenn der Zugang für Europa freigeschaltet wird.

FAQs zum LinkedIn Creator Marketplace

Was ist der LinkedIn Creator Marketplace?

Der Creator Marketplace ist ein neuer Bereich im Campaign Manager, über den Marken gezielt nach Creatorn suchen, deren Zielgruppe prüfen und bestehende Erwähnungen ihrer Marke amplifizieren können.

Ist der Creator Marketplace bereits in Deutschland verfügbar?

Der Marketplace läuft aktuell als Alpha-Version in den USA und Kanada mit englischsprachigem Content. Für weitere Märkte hat LinkedIn noch keinen Termin genannt.

Was unterscheidet BrandWorks vom Creator Marketplace?

Der Creator Marketplace ist Software zur Creator-Suche. BrandWorks ist ein Beratungsteam von LinkedIn, das Marken bei Strategie, Content und Kampagnenumsetzung direkt unterstützt.

Nimmt LinkedIn eine Provision bei Creator Partnerschaften?

Honorare und Verträge verhandeln Marke und Creator direkt miteinander, LinkedIn tritt als Vermittler der Kontaktaufnahme auf.

Was können deutsche B2B Marken schon jetzt vorbereiten?

Sie können interne Fachleute als Creator aufbauen, Thought Leader Ads mit vorhandenem Content testen und das bereits verfügbare selbstbediente BrandLink nutzen, um Vorlauf für den späteren Marketplace Zugang zu schaffen.